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Kulturgeschichte - Barock


Spätrenaissance
Barock  

Stände und Kurfürsten

Einführung in den Krieg

Europa am Vorabend
des 30jährigen Krieges

Böhmen und die Pfalz
(1618 - 1625)

Dänemark und Schweden
(1625 - 1636)

Schwedisch-Französischer Krieg
(1630 -1648)

Der lange Friedensprozeß
(1645 - 1648)

Die Nachwehen
(1648 - 1815

Der Krieg in der Literatur

Grimmelshausen 
Der abenteuerliche Simplicissimus

Andreas Gryphius
Tränen des Vaterlands

Conrad Ferdinand Meyer
(Die Füße im Feuer)

 

Der Krieg in der Musik

Heinrich Schütz 1621
Fürstentag 1629

 

Quellen und Literatur

Anfang - 30jähriger Krieg - Kurfürsten
Der Friedensvertrag vom Münster 1648
zusammengestellt von Martin Schlu © 2006/18. März 2008

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1648
Die am Krieg beteiligten Mächte verhandeln seit 1645 in Osnabrück und Münster. Immer wieder platzen Vorverhandlungen, reisen Delegierte ab und erst dem Reichshofrat Isaak Volmar und dem kaiserlichen Gesandten Graf (später Fürst) Johann Ludwig von Nassau Hadamar ist es vergönnt, die Abschlüsse zu erleben.
 
In Münster wird am 24. Oktober 1648 von Vertretern des Kaisers, der Schweden und Frankreichs der Friedensvertrag unterzeichnet. Die Stadt hat sich in der Vergangenheit gut katholisch gezeigt, ist bereits mit den Widertäufern ganz im Sinne der Amtskirche umgegangen und darum geeignet, europäische Geschichte zu schreiben. Hier, im repräsentativen Rathaus wird im - heute so genannten - "Friedenssaal" der Vertrag unterschrieben. Der Augsburger Religionsfrieden von 1555 wird wieder bestätigt und die freie Kirchenwahl für jeden Gläubigen garantiert. Der deutsche Kaiser muß einen Teil seiner Rechte auf den Reichstag übertragen, die Reichsstände werden eigenständig und Europa wird zwischen den deutschen Fürsten, den Schweden, den Dänen und Franzosen neu aufgeteilt. Man hätte bei dieser Gelegenheit Staat und Kirche vielleicht trennen können, tut es aber nicht. Das mächtigste Land Europas wird die nächsten hundert Jahre Frankreich werden, aber Deutschland, England und Schweden werden sich ebenfalls zu Nationalstaaten entwickeln.
 
Im Friedensvertrag von Münster/Osnabrück werden neben der katholischen und der lutherischen jetzt auch die reformierte Konfession im Reich als gleichberechtigt anerkannt. In vier konfessionell gemischten Reichsstädten wird religiöse "Parität" verordnet, z.B. in Augsburg und Biberach. In Osnabrück müssen sich evangelische und katholische Bischöfe im Hochstift abwechseln, Lübeck bleibt rein evangelisch und behält den Status der Freien Reichsstadt, weil das Haus Gottorf vielleicht noch mal einen Herrscher stellen muß. Die Bistümer Halberstadt und Magedburg werden aufgelöst und fallen ab 1680 an Brandenburg.
 
Schweden bekommt von Brandenburg Vorpommern mit der Stadt Stettin und dem Gebiet der Odermündung, außerdem die Stadt Wismar (mit Neukloster) und das Erzbistum Bremen (mit Verden) als Lehen. Dänemark hätte auch gerne diese Gebiete gehabt, wird aber übergangen.
 
Die Niederlande werden von Spanien unabhängig, Spanien bleibt staatlich unabhängig. Österreich gibt an Frankreich Gebiete ab, und weil Schweden und die Niederlande die meisten Häfen und Flußmündungen an Nord- und Ostsee kontrollieren, ist Deutschland vom internationalen Seehandel faktisch abgeschnitten. Die Kolonien der nächsten zweihundert Jahre werden darum von den Niederlanden, von England und den Mittelmeerstaaten gegründet und diese Länder verdienen damit richtig Geld. Eine der deutschen Ausnahmen, die während des Krieges und auch nach dem Frieden fleißig handeln kann und gut am Krieg verdient hat, ist die Freie und Hansestadt Hamburg. - Seitenanfang
 
Foto des Friedenssaales (Martin Schlu, © September 2006)
 
Obwohl Papst Innonenz X. das Vertragswerk für null und nichtig erklärt, werden die Ratifikationen am 8. Februar 1649 ausgetauscht. Der Krieg endet mit der Gründung der Niederlande und dem Aufteilen des restlichen Gebietes in ca. 300 selbständige Fürstentümer und Kleinstaaten - ein Grund für die heutige dezentrale Struktur Deutschlands.
 
Im Prinzip ist der religiöse Status quo von 1624 erreicht. Nun hat man Ruhe bis 1806, als das "Heilige Römische Reich" durch den letzten Kaiser (Joseph II.) endgültig aufgelöst wird.
 
Nachwehen
Etwa ein Fünftel bis ein Viertel der Bevölkerung ist tot - die meisten sind an den Seuchen ab ca. 1630 gestorben. Die Infrastruktur ist arg mitgenommen, weite Teile der Landwirtschaft fallen aus und noch jahrelang ziehen entlassene Soldaten durch das Land und plündern, um ihren Lebensunterhalt zu verdinen -. wie sie es dreißig Jahre lang getan haben.
 
1649 - Seitenanfang
Am 22. Februar findet eine Freudenfeier der ganzen Stadt anläßlich der Ratifikation der Verträge statt.
 
1650
Die Ausführungsbestimmungen des Westfälischen Friedens werden seit 1649 in Nürnberg verhandelt und nun endgültig festgelegt.
 
1651
 
1652
 
1653
 
1654 - Seitenanfang
Die schwedischen Truppen ziehen aus dem besetzten Vechta ab und erfüllen damit die letzte Vereinbarung.
 
1655
 
1656
 
1657
 
1658
 
1659 - Seitenanfang
Der "Pyrenäenfriede" beendet die Auseinandersetzungen zwischen Frankreich und Spanien.
 
  
 
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