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Kulturgeschichte - Barock


Spätrenaissance
Barock  

Stände und Kurfürsten

Einführung in den Krieg

Europa am Vorabend
des 30jährigen Krieges

Böhmen und die Pfalz
(1618 - 1625)

Dänemark und Schweden
(1625 - 1636)

Schwedisch-Französischer Krieg
(1630 -1648)

Der lange Friedensprozeß
(1645 - 1648)

Die Nachwehen
(1648 - 1815

Der Krieg in der Literatur

Grimmelshausen 
Der abenteuerliche Simplicissimus

Andreas Gryphius
Tränen des Vaterlands

Conrad Ferdinand Meyer
(Die Füße im Feuer)

 

Der Krieg in der Musik

Heinrich Schütz 1621
Fürstentag 1629

 

Quellen und Literatur

Anfang - 30jähriger Krieg - Kurfürsten

Schweden und Frankreich
zusammengestellt von Martin Schlu © 2006 / März. 2008

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Der Schwedisch-Französische Krieg 1635 - 1648
 
1635 Restaurationsverzicht gegen Rekatholisierung Sachsens - Seitenanfang
Am 30. Mai bietet Ferdinand II. Kurfürst Johann Georg I. im "Frieden zu Prag" an, das Restitutionsedikt von 1629 für vierzig Jahre auszusetzen, wenn dafür die Liga und die Union aufgelöst würden. Das ist für die anderen reformierten Fürsten und Grafen natürlich unannehmbar. Kursachsen stimmt allerdings dem Angebot zu, sagt sich damit von der protestantischen Sache los und wird vom Kaiser für den erneuten Wortbruch belohnt, denn die Ober- und die Niederlausitz werden nun Sachsen zugeschlagen und Johann Georg erhält den erblichen Titel eines "Reichsfeldherrn". Im Gegenzug muß er die Katholiken schützen und deren Sicherheit garantieren, besonders die Sorben und die Klöster der Lausitz. Der Kaiser verzichtet zwar auf Restitutionsansprüche gegenüber dem Kurfürsten, trotzdem geht diese Kriegsrunde wieder an die katholische Sache, denn nun hat er einen Fuß in der Tür der Protestanten, die nach und nach die Tür aufmachen. Nur die Calvinisten werden ausgeschlossen.
 

Kölner Dom, Eingangsfassade, Foto: Martin Schlu 2006

Allerdings hat Frankreich nun Angst, daß der Kaiser zu mächtig werden könnte und darauf kommt es im "Vertrag zu Wismar" zur Allianz des katholischen Frankreichs mit dem protestantischen Schweden gegen das protestantische Sachsen - um Religion geht es schon lange nicht mehr. Nun passieren mehrere Dinge gleichzeitig. Im Mai erklärt Ludwig XIII. auf Anraten Kardinal Richelius dem spanischen König Philipp IV. den Krieg, ein französisches Heer marschiert nach Sachsen und gleichzeitig marschiert ein spanisches Heer bis kurz vor Paris - nur mit Mühe wenden die Franzosen den Angriff ab. Die Schweden halten sich in Merseburg und Weißenfels an den nun wieder kaiserlichen Sachsen schadlos und verheeren das Land ziemlich, lediglich die Dänen halten still, denn Ferdinand hat ihnen die Bistümer Bremen und Verden überlassen - wenn auch die Stadt selber nicht dazugehört.
 
Im Oktober lädt Papst Urban VIII. nach Köln, um mit den spanischen und den kaiserlichen Gesandten über einen Friedensvertrag zu verhandeln. Die Franzosen erscheinen unter einem Vorwand nicht und der Friedensversuch scheitert.
 
 
1636 - Seitenanfang
Sachsen erleidet in der Schlacht bei Wittstock eine Niederlage gegen das schwedische Heer. zu Schütz - Seitenanfang
  
Das berühmte Gedicht von Andreas Gryphius, (geb. am 2.10.1616 gest. am 16.7.1664):
 
Tränen des Vaterlandes (1636)
Wir sind doch nunmehr ganz, ja mehr denn ganz verheeret!
Der frechen Völker Schar, die rasende Posaun
Das vom Blut fette Schwert, die donnernde Karthaun
Hat aller Schweiß, und Fleiß, und Vorrat aufgezehret.
Die Türme stehn in Glut, die Kirch' ist umgekehret.
Das Rathaus liegt im Graus, die Starken sind zerhaun,
Die Jungfern sind geschänd't, und wo wir hin nur schaun
Ist Feuer, Pest, und Tod, der Herz und Geist durchfähret.
Hier durch die Schanz und Stadt rinnt allzeit frisches Blut.
Dreimal sind schon sechs Jahr, als unser Ströme Flut
Von Leichen fast verstopft, sich langsam fort gedrungen.
Doch schweig ich noch von dem, was ärger als der Tod,
Was grimmer denn die Pest, und Glut und Hungersnot,
Daß auch der Seelen Schatz so vielen abgezwungen.
 
 
1637 - Seitenanfang
Am 15. Februar stirbt Ferdinand II. und der Sohn Ferdinand III. wird neuer Kaiser. Kaiserliche Truppen brennen das sächsische Meißen nieder.
 
1638 - Seitenanfang
Das protestantische Schweden und das katholische Frankreich schließen ein neues Militärbündnis und wollen nun gemeinsame Politik machen.
 
1639 - Seitenanfang
Schweden marschiert in Pommern und Mecklenburg ein um gemeinsam mit Frankreich den Krieg wieder in Habsburgs Gebiet zu tragen - es ist nicht einzusehen, daß der Kaiser nicht selbst geschädigt werden soll. Außerdem erobern kaiserliche Truppen das sächsische Zwickau, belagern Freiberg und verheeren Pima.
 
1640 - Seitenanfang
Friedrich Wilhelm von Brandenburg wird Herrscher in Brandenburg. Später wird man ihn den "Großen Kurfürst" nennen.
 
1641 - Seitenanfang
Am Ende des Jahres einigen sich die Kriegsparteien in Hamburg allmählich einen Friedensschluß ins Auge zu fassen. Nachdem die Städte Köln (Sitz des wichtigsten Erzbischofs), Lübeck und Hamburg (zwar neutral, aber durch Waffenhandel nicht ganz unschuldig an der langen Kriegsdauer) als Verhandlungsorte ausgeschieden sind, machen zwei eher kleine Städtchen das Rennen: Münster ist für die Katholiken der richtige Ort der reinen Lehre (durch den Umgang mit den Wiedertäufern hat man Konsequenz gezeigt), Osnabrück ist dagegen die Wahlstadt der Protestanten. Doch man läßt sich noch ein bißchen Zeit mit dem Frieden, weil man als siegreiche Partei einfach besser verhandeln kann.
 
 
1642 - Seitenanfang
 Kaiserliche Truppen erobern zum wiederholten Male Leipzig und Zittau.
 
1643 - Seitenanfang
Die Friedensverhandlungen zwischen dem Kaiser und Schweden werden in Osnabrück aufgenommen, zwischen dem Kaiser und Frankreich verhandelt man in Münster. Da der Sachverhalt kompliziert ist - immerhin geht es um eine neue Aufteilung Europas - zieht sich alles noch fünf Jahre hin.
 
 
1644 - Seitenanfang
Die Schweden zerstören im sächsischen Weißenfels die Burg, schleifen die Stadtmauer und sprengen die Befestigungen, danach brennen sie die Stadt nieder.
 
 
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