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Kulturgeschichte - Barock - J. S. Bach: Kindheit bis zum Tod der Eltern


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Johann Sebastian Bach 1685 - 1750
Kindheit in Eisenach 1685 - 1695
erstellt von © Martin Schlu - Stand: September 2002 (letzte Revision am 28.12.2013)

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1685
In Eisenach wird als jüngstes Kind von sechs Jungen und zwei Mädchen am 21. März 1685 Johann Sebastian Bach geboren und zwei Tage später in St. Georg getauft.  Da damals in dieser Stadt noch der julianische Kalender gilt, ist das Geburtsdatum nach dem gregorianischen Kalender der 31. März - ein Umstand, der für Verwirrung sorgen kann. Auf jeden Fall ist Johann Sebastian als achtes Kind das Nesthäkchen, der Vater ist bei der Geburt mit 40 Jahren nicht mehr der Jüngste und die Mutter gilt mit 41 Jahren als alt.

Im Westen von Thüringen liegt Eisenach, der Geburtsort Johann Sebastian Bachs, nicht weit davon Arnstadt und Weimar, wo JSB seine ersten Stellen angetreten hat. Im Norden liegt das sächsische Köthen (da wird er Kapellmeister) und nicht weit davon Leipzig. Weit herumgekommen ist Johann Sebastian Bach nie.
Karte: © artalis - Fotolia.com                                        



1690 - 1695
Wenn der Onkel Johann Christoph, der an der Hauptkirche St. Georg Organist ist, üben oder spielen muß, ist es üblich, daß die jüngeren Kinder und Neffen die Bälge treten müssen, damit er üben kann. Der ältere Bruder Johann Christoph ist damals Schüler des mit dem Vater befreundeten Johann Pachelbel (der auch Pate bei der mittlerweile verstorbenen Schwester Johanna Juditha war) und muß ebenfalls entsprechend üben. Daher tritt der jüngere Bruder Johann Sebastian selbstverständlich mit dem älteren Bruder Johann Jacob eine Zeitlang die Bälge. Später sitzt Johann Sebastian sowohl beim Bruder Johann Christoph als auch beim Onkel Johann Christoph auf der Orgelbank, bedient die Registerzüge und erlernt von beiden das erste Orgelspiel - eine Kunst, die der Vater als Trompeter nicht beherrscht. Natürlich hört Johann Sebastian aber schon als kleiner Junge die Stücke der Eisenacher Stadtpfeiferei, denn der Vater Johann Ambrosius hält die Proben im Elternhaus ab und das ist nicht zu überhören - geschlafen wird daher in einem zur Stadtpfeiferei gehörenden Nebenhaus.
 
 
1693
Johann Sebastian wird in die Eisenacher Lateinschule aufgenommen und besucht sie bis 1695.
 
 
1694
Innerhalb eines Jahres sterben beide Eltern. Am 3. Mai 1694 stirbt die Mutter und, wie es üblich ist, heiratet Johann Ambrosius bereits am 27. November 1694 eine zweite Frau, die Witwe Barbara Margaretha Bartholomäi - Witwe eines Arnstädter Verwandten, des Joh. Günther Bach.
 
Es entspannt die Situation aber nicht wirklich - bereits am 20. Februar 1695 stirbt auch der Vater und der Eisenacher Stadtrat setzt die Familie auf die Straße (wg. Dienstwohnung), die Stiefmutter ist mit dieser Situation überfordert ist und so löst sich die große Familie auf. Die nochmal zur Witwe gewordene Stiefmutter geht nach Arnstadt zurück, die älteren Geschwister gehen aus dem Haus und der älteste Bruder, Johann Christoph, 24 Jahre alt, übernimmt bei den jüngsten Brüdern die Vaterstelle. Er nimmt beide zu sich nach Ohrdruf, wo er seit 1690 eine Stelle als Organist angetreten hat, erzieht sie, so gut er kann, und bildet sie weiter aus.
 
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