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Mecklenburg-Vorpommern
Text und Fotos: © Martin Schlu 2008-2017 / Stand 16. April 2017

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Den Begriff Mecklenburg hörte ich (gebürtiger Wessi aus Bochum) das erste Mal im Zusammenhang mit dem berühmten General Wallenstein, weil der einmal Herzog über diesen Teil der Welt gewesen war, doch ich konnte mir nichts darunter vorstellen. Meine Oma (Jg. 1888) hatte zwar schon in den 1960er Jahren über Rostock und Wismar erzählt, aber das war so lange her, daß ich nichts mehr damit anfangen konnte. Werner Herzogs Neuverfilmung des „Nosferatu“ von 1978 spielte zwar in Wismar und den Ort aus dem Film kannte ich, doch  den Film hatte man u.a. in Delft gedreht und lediglich in der Schwarz-Weiß-Verfilmung von Friedrich Murnau sieht man den unzerstörten Wismarer Hafen mit der Marienkirche. Bis zum Mauerfall war Mecklenburg einfach verbotenes Land und hinter Lübeck war Schluß.

Wir im Westen lernten zwar die hinterste und vorletzte Provinz der USA und der Bundesrepublik, doch die DDR oder Polen, die ehemaligen deutsche Ostgebiete oder Teile der Sowjetunion kamen im Unterricht nicht vor, außer bei einem Lehrer, der gebürtiger Ostpreuße war, mit Vornamen „Eitel“ hieß und bei dem man stöhnte, wenn er im prrreußsich rrrollenden „Rrrr“ von der Vorkriegszeit erzählte.  Beim Mauerbau 1961 war ich knapp drei Jahre alt gewesen und als sie 28 Jahre später wieder fiel, war ich mit Berufsausbildung, persönlicher Standortbestimmung und alledem, was zum Erwachsenwerden nötig ist, so beschäftigt, daß ich mich eben nicht ins Auto setzte und losfuhr, sondern es interessierte mich nicht besonders und ich hatte mich ja längst anders orientiert.

Erst etliche Jahre später bekam ich  mit, daß ich als Urahnen einen Schriftsteller hatte, Jochim Schlu , der 1624 in Rostock gestorben war und die ersten Gehversuche in das neue, fremde Land dauerten noch einmal ein paar Jahre. Vorsichtige Urlaube an der Ostsee (später bis kurz vor Kaliningrad) zeigten eine wunderschöne Gegend, Landschaften, die im Westen nicht vorstellbar waren und ganz nebenbei lernte ich, daß im Osten die Uhren anders gehen, die Menschen anders ticken und manchmal die Zeit stehengeblieben ist - auch heute noch.

Es ist ganz hilfreich, sich geographisch und mentalitätsmäßig ab Lübeck zu nähern, die Ostsee entlang zu fahren und den einen oder anderen Abstecher zu machen. Wir haben mehrere Alternativen ausprobiert: als Standort funktioniert Lübeck für den westlichen Teil ganz gut, denkbar ist auch der Standort Rostock oder Wismar. Rügen alleine ist schon einen Urlaub wert und wenn man Richtung Pommern will, empfiehlt sich der Standort Darß bis nach Polen. In allen Fällen sollte man sich Zeit nehmen. Meistens ist die langsame Verbindung über die Bundesstraßen die schönere und über die Ostseeautobahn A 20 kommt man wieder sehr schnell zurück. Aus diesem Grund werden hier Teilbereiche beschrieben, die man alle in einer Woche so weit bereisen kann, daß  man auch etwas davon hat. Man kommt danach sowieso immer wieder. - nach oben



Literatur zur Einstimmung 
Gisa Klönne: Das Lied der Stare nach dem Frost.  Pendo/Piper Verlag, München 2013,
ISBN: 978-3-86612-324-3
(Grandiose Nachkriegs- und Nachwende-Geschichte einer deutsch-deutschen Familie im Raum Mecklenburg. Nach Lektüre des Romans fährt man bewußter durch das Land und wenn man sich ein bißchen auskennt, hat man mehr von dem Roman )
http://www.gisa-kloenne.de/familien_roman1.html - Link vom 2. August 2014 

Judith Kern: Das Leuchten des Sanddorns. Roman. Knaur Taschenbuch 63987, München 2009,
ISBN: 978-3-426-63987-0
Die Verfasserin schildert die wilhelminische Epoche, die erste Weltkriegszeit, Inflation und aufkommende Nazizeit, sie beschreibt die Nachkriegszeit, den darauf folgenden Stalinismus und die beginnende DDR-Zeit. Am Ende des Romans springt die Verfasserin im Epilog auf die Nach-Wende-Zeit nach dem Mauerfall. Besonders gelungen sind die Passagen, die in Binz und Sassnitz spielen, weitere Orte auf Rügen werden kurz abgehandelt. 
https://www.droemer-knaur.de/buch/Das+Leuchten+des+Sanddorns.191714.html - Link vom 2. August 2014 - nach oben

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Text und Fotos: © Martin Schlu,  Stand: 4. August 2014